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Cyclocross Weltmeisterschaft - Tabor, CZ

Unweit der österreichischen Grenze fanden am 31. Jänner und 01. Februar 2015 die UCI Cyclocross Weltmeisterschaften in Tabor (CZ) statt. Die vier vom ÖRV entsendeten FahrerInnen wurden von einigen cycleneers angefeuert, die die Gelegenheit der Nähe zu  Österreich für eine Fahrt dorthin nutzten.

Nach dem Besuch des Weltcup-Finales in Hoogerheide (NL) letzte Woche, wurde uns mit der Weltmeisterschaft in Tabor (CZ) die nächste Gelegenheit geboten um die Profis live zu sehen. Diesmal waren wir jedoch zur Anreise auf kein Flugzeug angewiesen, sondern waren bereits nach einer dreistündigen Autofahrt am Renngelände. Von Weitem konnten wir schon die aus den Niederlanden noch Erinnerung gebliebenen Werbebögen und Fanartikelstände sehen, jedoch mit dem Unterschied dass noch eine Steigerung zu sehen war - deutlich noch mehr Zuseher als beim Weltcup-Finale (Nachberichten zufolge am gesamten Wochenende ca. 35.000).

Am Samstag startete um 11:00 Uhr mit dem Rennen der Junioren offiziell die WM. Aus Österreich war leider kein Fahrer mit dabei, dafür jedoch bereits einige österreichische Fans die sich ein Bild der zukünftigen Elite machten.

Zum Rennen der Damen am Nachmittag begann es zu schneien und somit wurden die ohnehin durch den weichen Boden bereits fordernde Strecke noch schwieriger zu befahren. Mit Nadja Heigl war auch die erst 19-jährige österreichische Staatsmeisterin am Start, die bereits am Anfang des Rennens im Bereich der Top10 unterwegs war. Eindeutig fitter und besser mit den Bedingungen zurechtkommend als beim Weltcup-Finale in den Niederlanden konnte sie schließlich als 19. das Ziel erreichen und somit für Jubel im Österreicher-Lager sorgen und bereits Lust auf kommende Cyclocross-Bewerbe machen.

Das Rennen der U23 startete Sonntagvormittag unter strahlend blauem Himmel und damit verbunden auch ziemlich niedrigen Temperaturen, was über Nacht zur Vereisung der Strecke und der Fahrrinnen des Vortages führte. Keine leichten Bedingungen also für die Österreicher Christoph Mick und Philipp Heigl, da mit dem weiteren Rennverlauf die Strecke aufging und somit auch ziemlich tief wurde. Schlussendlich konnten sie das Rennen in der Nullrunde beenden und den 39., bzw. 47. Platz erreichen.

Höhepunkt des Wochenendes bildete das Rennen der Elite am Sonntagnachmittag. Allen voran wurde aufgrund der letzten Ergebnisse vor allem mit einem Dreikampf der jungen Fahrer van der Poel (NED, 20), van Aert (BEL, 21) und van der Haar (NED, 24) gerechnet, was sich auch bewahrheitete. Wie schon in dem nach seinem Vater (Weltmeister von 1996) benannten Rennen in Hoogerheide (NL) am Wochenende zuvor, konnte auch bei der Weltmeisterschaft Mathieu van der Poel augenscheinlich problemlos den Kurs und eindrucksvoll auch die Hindernisse überwinden. Unbeeindruckt von der anspruchsvollen Streckenführung und dem durch den Sonnenschein aufgetauten und somit sehr tiefen Boden fuhr er Runde für Runde fehlehrfrei voran und konnte sich ab Rennmitte sogar recht deutlich von seinen Verfolgern absetzen. Den zweiten Platz sicherte sich der Belgier Wout van Aert, der kurz vor dem Ziel an dem Niederländer Lars van der Haar vorbeizog und somit einen niederländischen Doppelsieg verwehrte. Der dritte der österreichischen Staatsmeisterschaft, Sieger des Querfeldein-Cups und einziger Österreicher im Eliterennen der WM Karl-Heinz Gollinger schaffte es leider nicht in der Nullrunde zu überstehen und wurde so vorzeitig als 40. aus dem Rennen genommen. Dennoch konnte man ihm sehr deutlich den Ansporn und Freude an der WM-Teilnahme anmerken, und die wenigen Österreicher vor Ort - the cycleneers natürlich eingeschlossen - feuerten ihn lautstark an.

Aus österreichischer Sicht ist die WM mit der Top20-Platzierung von Nadja Heigl durchaus als erfolgreich anzusehen, und auch als Werbemöglichkeit für den Radsport. Es war erstaunlich zu sehen, wie groß das Interesse zum Cyclocross außerhalb Österreichs ist. Fanbusse aus ganz Europa waren zu sehen und auch sehr auffällige Fangruppen, die tolle Stimmung machten. Es bleibt zu hoffen, dass das Interesse am Radsport in Österreich wieder zunimmt und sich somit auch die Chance bietet mehr und größere internationale Rennen bei uns zu erleben.

 

          Dominic Gritsch und Matthias Weber