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CX Wels, OÖ

Mit Wels und Stadl-Paura warteten auf uns an diesem Wochenende die letzten Cross-Stationen in Oberösterreich, welche mit prominenten Startlisten bereits jetzt zu den Highlights gezählt werden können, wobei die Kurse kaum verschiedener hätten sein können - was dem Wochenende einen noch größeren Reiz verlieh. Mit Dominic Gritsch und Matthias Weber waren auf der schnellen und windigen Strecke in der Freizeitanlage Wimpassing-Wels auch wieder zwei cycleneers am Start, die sich dort auf Schotterwegen, einer BMX-Bahn und durch einen Spielplatz kämpften.

Ankündigungen und Gerüchte gab es bereits länger, doch als im Laufe der Woche die Startliste erschien war es endgültig bestätigt - mit Matthias Brändle (IAM Cycling) und Daniel Federspiel (Tirol Cycling Team) konnten zwei Profis verpflichtet werden, die dem österreichischen Radsport in den vergangen Monaten medialen Aufschwung brachten.

 

Brändle, der vor kurzem noch im Besitz des Stundenweltrekords war, zeigte in Wels, dass ihm das Crossen noch immer liegt, und er deutlich Spaß daran hat. Der sportliche Ehrgeiz war vor allem auf den Geraden erkennbar, auf denen er viele Meter gegenüber seinen Mitstreitern wettmachen konnte. Federspiel hingegen zeigte auf den technischen Passagen sein Können und ließ so manchen Querprofi staunen. Zwei Profifahrer, die für den Quersport nicht gegensätzlicher sein können - dies zeigte den Zuschauern deutlich, dass man für eine Stunde ein "kompletter" Fahrer sein muss, um sich an die Spitze setzen zu können, wie es Karl-Heinz Gollinger einmal mehr bestätigte.

Durch die bisherigen Platzierungen konnten Dominic und Matthias auf Startplätze im Mittelfeld setzen, die bereits auf den ersten Metern Vorteile brachten. Auf einer abfallenden Schotterstraße entlang eines Teiches ging es über eine Kehre und Rampe hinein in eine BMX-Bahn. Hier wurde das Feld bereits in eine lange Schlange verwandelt und durch mehrere Stürze in den engen Passagen kam es hinter Matthias zu einem größeren Stau, der ihm für die folgenden Runden einen freien Rücken bescherte. Dominic hingegen kam dadurch ebenso zu stehen und hatte nicht mehr die Möglichkeit auszuweichen - der Rückfall ans Ende des Feldes war die Folge daraus...

 

Im weiteren Rennverlauf war Matthias - wie schon in Oberschlierbach - mit einer Reifenpanne konfrontiert, doch war es diesmal kein Reifenplatzer, sondern eine Lösung des Schlauchreifens vom Vorderrad in einer spitzen Kurve. Im Gegensatz zum letzten Mal blieb ihm jedoch diesmal eine komplette Laufrunde erspart, und er konnte ohne allzu viele Plätze zu verlieren das Rad wechseln.

Aufgrund der vielen Geraden war die Strecke für Dominic sehr gut geeignet, jedoch dauerte es nie sehr lange bis zur nächste technischen Passage, auf welcher wieder Ernüchterung eintrat. Immerhin konnte wie bei den letzten Rennen von Runde zu Runde mehr gefahren und bessere Linien gefunden werden, die den Optimismus für die nächsten Wettkämpfe und vor allem im Hinblick auf die nächste Saison steigern.

 

Matthias konnte seine bisherige Form bestätigen und einen Platz im Mittelfeld erreichen, was mit einem Blick auf das starke Teilnehmerfeld als sehr gut zu bezeichnen ist, und Dominic konnte erstmals mehr Runden verbuchen als andere Fahrer.

Den Tagesausklang bildete ein ausgiebiges und vor allem verdientes Essen in einem Bräu in Linz, sowie ein Abendspaziergang durch die Linzer Altstadt. Um am Tag darauf folgenden Rennen in Stadl-Paura, dessen anspruchsvoller Kurs uns bereits vom Vorjahr bekannt ist, fit zu sein und einen kürzeren Anfahrtsweg zu haben, übernachteten wir auch gleich in Linz.

 

     Dominic Gritsch

Fotos: Dominic Gritsch, Ernst Teubenbacher, Robert Weber