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CX Österreichische Meisterschaften Pernitz, NÖ

Den Abschluss der österreichischen Querfeldeinsaison bildeten wie jedes Jahr die Meisterschaften, welche dieses Jahr in Neusiedl/Pernitz im niederösterreichischen Piestingtal durchgeführt wurden. Wie üblich geht den zweitätigen Meisterschaften am ersten Tag ein Trainingsrennen für Elite/U23/Amateure voraus - somit hatten die cycleneers Dominic Gritsch und Matthias Weber die Chance die Strecke ausgiebig kennenzulernen, um am finalen Rennen am Sonntag die Schlüsselpassagen möglichst fehlerfrei zu meistern. Jedoch sollte das Meisterschaftswochenende nicht für beide einen positiven Saisonabschluss mit sich bringen...

Veranstaltungsstätte war das Alpenstadion Neusiedl bei Pernitz, welches bereits aus den Vorjahren durch das Nightrace bekannt ist. Die Meisterschaften fanden jedoch bei Tageslicht und deutlich längerem Kurs statt, welcher auf die umliegenden Siedlungen ausgedehnt wurde. Den Fahrern bot sich eine ausgewogene Mischung aus Asphalt und Wiese, welche mit andauerndem Rennverlauf immer gatschiger und rutschiger wurde. Technisch, muss man jedoch zugeben, war es eine der einfacheren Strecken im Laufe der Saison. Dies begünstigte die von der Straße kommenden Fahrer deutlich jenen gegenüber, die aus dem Offroad-Sektor kommen...

Samstag - Trainingsrennen

Bereits bei der Streckenbesichtigung war uns schnell klar, dass die Streckenverlängerung gegenüber den Vorjahren das Rennen um einiges beschleunigen werden würde. Gefrierender Regen aus den Nachtstunden vereiste außerdem die Strecke, und sogar die Sanddurchfahrt glich eher Asphalt. Für Dominic war es diesmal eine Strecke in der seine technischen Schwächen nicht allzu sehr auf die Zeit drücken würden, für Matthias hingegen war die Streckenführung kein Bonus, da es wenige technische Passagen gab an denen er Vorsprünge herausfahren könnte.

Mit am Start waren außerdem einige MTB-Profis wie Alexander Gehbauer, der an diesem Wochenende seinen Staatsmeistertitel zu verteidigen hatte. Dominic verlor aufgrund eines Schaltfehlers bereits auf den ersten Metern einige Positionen, und kam daher erst als einer der letzten zurück ins Stadion, wo sich bereits feststellen ließ, dass der gefrorene Boden schon langsam aufging. Stellenweise waren jedoch noch Eisflächen vorhanden, unter anderem direkt vor den Stufen, wo es dann schließlich zum ersten Sturz kam - aber es ging ohne Defekte weiter. Nicht so viel Glück gab es allerdings beim nächsten Sturz in einer rutschigen langgezogenen Rechtskurve... Dominic überschätzte den Gripp seiner Reifen und konnte einen Sturz nicht verhindern. Kurz darauf stand es fest - die Saison endet am Vortag der Meisterschaften... Der rechte Brems-/Schalthebel war gebrochen, und ein Weiterfahren, sowie Start am Tag darauf nicht möglich.

Für Matthias hingegen lief das Rennen deutlich besser. Bereits beim Start konnte er seine Position halten. Im Gegensatz zu den letzten Rennen war seine Position über lange Dauer sehr deutlich fixiert - bis zur Schlussphase. An einer der ungünstigsten Stellen zog er sich einen Platten zu und musste wieder einmal einen nicht unerheblichen Streckenanteil mit geschultertem Rad absolvieren. Der Start am Sonntag war für ihn jedoch nicht in Gefahr und dank des Zweitrades im Depot konnte er noch als Gesamt-20. über die Ziellinie fahren.

Sonntag - Österreichische Meisterschaften

Regenschauer und deutlich wärmere Temperaturen als am Vortag veränderten die Strecke deutlich bis zum Start der Amateurmeisterschaften. Dem Fahrerfeld boten sich mit tiefen Wiesen querfeldeintypische Bodenverhältnisse, die jedem Fahrer in den Kurven die Grenzen ihrer Reifen aufzeigte, und nach einigen Runden auch die Grenzen der mit Gatsch und Grashalmen überzogenen Schaltsysteme. Deutlichen Vorteil hatten jene Fahrer, die ein Zweitrad und eifrige Betreuer im Depot stehen hatten - in unserem Fall Robert Weber, der jede zweite Runde von Matthias ein dreckiges Rad bekam, dieses unter Hochdruck vom Schlamm befreite, und anschließend wieder gegen das dreckige Rad tauschte.

Pünktlich zum Start verzog sich der Nebel und die Sonne zeigte sich - für die Zuseher bot sich damit eine hervorragende Kulisse, die dem österreichischen Querfeldeinsport ein brillantes Saisonfinale bescherte, das sogar ein Kamerateam des Fernsehen nach Neusiedl/Pernitz zog. Im Gegensatz zum Vortag wurde noch ein kleiner S-Haken auf einem Hang hinzugefügt, der für jeden Fahrer zusätzliche Laufmeter bedeutete, und für die Zuschauer ein interessanter Beobachtungspunkt.

Matthias spulte wie am Vortag eine Runde nach der anderen ab, und konnte ohne nennenswerte Probleme seine Position vom Start bis ins Ziel halten. Es war jedoch sichtbar, dass ihm das Trainingsrennen noch in den Beinen lag, sowie die gatschige Wiese seinen Teil hierzu beitrug... Durch sein hervorragendes Fahrgefühl in den rutschigen Passagen und die fehlerfrei durchgeführten Radwechsel alle paar Runden konnte er schließlich als 11. Amateur ins Ziel fahren.

Staatsmeister im Eliterennen wurde wie im Vorjahr Alexander Gehbauer, vor - dem deutlichen Cupsieger - Karl-Heinz Gollinger und Daniel Federspiel. Bei den Damen konnte Nadja Heigl mit deutlichem Vorsprung ihren Titel ein weiteres Mal verteidigen, bei den Amateuren konnte Thomas Mair den Meistertitel einfahren.

Für uns geht somit die erste volle Querfeldein-Saison zu Ende und für die Kommende haben sich bereits neue Veranstalter gemeldet, die den Aufwärtstrend im österreichischen Querfeldeinsport aufrecht halten wollen. Wir wechseln nun vom Crosser auf das Rennrad und planen bereits unsere Straßensaison, welche wir euch demnächst präsentieren werden.

Dominic Gritsch

Fotos: Dominic Gritsch, Ernst Teubenbacher